Wie in einem Orchester – verschieden und dennoch gemeinsam

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 01.10.2018 zunächst bei Helios aktuell veröffentlicht.

Vielfalt in einem Unternehmen zu leben, ist eine Herausforderung. Und hat große positive Effekte: Warum es sich lohnt, in eine gute Zusammenarbeit zu investieren, über Alters-, Berufs-, und Nationalitätengrenzen hinweg.

Wenn als Stichwort Diversität fällt, hat jeder von uns spontan eine eigene Idee, was das sein könnte. Mancher denkt an altersgemischte Teams oder an den Mix verschiedener Berufsgruppen. Andere verbinden damit die Förderung von Frauen. Wieder andere betrachten das Thema in Bezug auf Nationalitäten, Kulturen oder soziale Herkunft. Es gibt wenige Branchen, in denen die Vielfalt eine so große Rolle spielt wie in Krankenhäusern. So arbeiten bei Helios 97 verschiedene Nationalitäten in 350 verschiedenen Berufen. 25 Prozent unserer Mitarbeiter sind Männer und 75 Prozent Frauen – in beinahe allen Altersklassen. Ein Schlüssel unseres Erfolgs liegt in ebendieser Vielfalt! Ohne sie könnten wir als Unternehmen nicht funktionieren. Für uns ist es selbstverständlich, dass Mitarbeiter verschiedener Berufsgruppen für unsere Patienten da sind. Wir können den Erfolg einer Behandlung nur sicherstellen, wenn unterschiedliche Fachrichtungen und Berufsgruppen Hand in Hand arbeiten. Zugleich sind internationale Teams gelebte Praxis bei Helios. In unseren Pflegeschulen lernen 16-Jährige gemeinsam mit Schülern, die bereits 40 oder 50 Jahre alt sind. Frisch examinierte Kollegen bereichern Teams ebenso wie Kollegen mit mehr als einem Vierteljahrhundert an Berufserfahrung und erarbeiten gemeinsam sehr gute Ergebnisse. Internationale Studien zeigen, dass das nicht nur für uns gilt: Je diverser, desto erfolgreicher sind Teams und Unternehmen. Das gilt nicht nur für den Geschäftserfolg, sondern auch für die konkreten Arbeitsergebnisse, die in gemischten Teams oft besser sind.

Ein Schlüssel unseres Erfolgs liegt in ebendieser Vielfalt! Ohne sie könnten wir als Unternehmen nicht funktionieren.

Das ist nicht immer einfach. Tatsächlich ist es so, dass wir uns eher zu Mitmenschen hingezogen fühlen, die uns in Aussehen, Alter, Gewohnheiten, Bildungsabschluss und Wertevorstellungen ähnlich sind. Wir fühlen uns in sozialen Beziehungen mit ähnlichen Personen wohler, arbeiten lieber mit ihnen zusammen, verstehen sie besser und können sie besser einschätzen. Gleichheit gibt ein Gefühl von Sicherheit. Ungleichheit kann Unsicherheit und auch Angst mit sich bringen.

Teams, deren Mitglieder unterschiedlich sind, brauchen in der Regel längere Zeit, um ein gutes Miteinander aufzubauen oder eine gemeinsame Identität zu entwickeln. Die Zusammenarbeit zwischen Kollegen mit unterschiedlichen Einstellungen, Meinungen oder Verhaltensweisen birgt zudem ein höheres Konfliktpotenzial. Haben wir nicht alle schon Situationen im Berufsalltag erlebt, bei denen wir glauben, dass wir mit einzelnen Kollegen „einfach nicht können“ und dass man das Ziel nicht erreicht, weil man sich nicht verstanden fühlt oder den anderen nicht versteht?

Sicher ist: Es klappt nicht automatisch. Wir brauchen Offenheit und Neugier, gerade und erst recht Kollegen bzw. Menschen gegenüber, die auf den ersten Blick anders erscheinen. Das erfordert neben einer positiven Grundeinstellung gegenüber Neuem auch Mut, Geduld und die Bereitschaft, Vorurteile beiseitezulegen. Weiterhin ein echtes Interesse und die Bereitschaft, sich auf andere und ihre Ideen einzulassen, Meinungen zu hinterfragen, um ihre Motive besser zu verstehen. Eine Art „Investment“ in das Gegenüber, das sich dann schnell auszahlt, wenn man plötzlich feststellt, dass sich der Kollege/die Kollegin einem Problem anders nähert, sich anders ausdrückt und eine andere Idee oder Lösung im Kopf hat für das gleiche gemeinsame Ziel. Für Führungskräfte bedeutet dies, dass sie sich der Vorteile der vielen verschiedenen Fähigkeiten und Talente ihrer Teams bewusst werden und diese optimal miteinander verbinden. Ähnlich wie ein Dirigent, dem es erst im Zusammenspiel des kompletten Orchesters mit den vielfältigen Musikern und ihren Instrumenten gelingt, einen hervorragenden Klang zu produzieren.

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