Nachhaltigkeit sichern – zum Wohl der Patientinnen und Patienten

Bei Nachhaltigkeit denken viele spontan an Klimaschutz – doch bei Sandra Löbers Job als Program Manager Medical Sustainability geht es um nachhaltige Prozesse und einheitliche Standards, die das Patientenwohl weltweit fördern. Warum Kommunikation ihr wichtigstes Werkzeug ist und wieso dazu auch Telefonate zu ungewöhnlichen Zeiten gehören, erklärt sie im Interview.

Sie arbeiten im Global Medical Office an dem Thema Medical Sustainability – was verbirgt sich dahinter?

Medical Sustainability ist im Prinzip einer von insgesamt acht Nachhaltigkeitsbereichen des Globalen Nachhaltigkeitsprogramms von Fresenius Medical Care. Gleichzeitig steht das Thema auf der „Clinical Agenda“ von Fresenius Medical Care und ist damit ein Kernthema des Vorstandsbereichs Global Medical Office. Im Fokus des Global Medical Office steht das Patientenwohl, das wir mithilfe gezielter Projekte sukzessive verbessern wollen. Ganz konkret entwickeln wir zusammen mit den regionalen Ansprechpartnern global einheitliche Prozesse für die Dialysekliniken der Firma. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir die Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten strukturiert und einheitlich sammeln und auswerten sowie Beschwerdeprozesse angleichen. Natürlich haben wir in allen Regionen, in denen wir mit Kliniken vertreten sind, schon lange etablierte Prozesse und Standards dafür. Doch da es bis vor Kurzem keine globale Vorstandsfunktion dafür gab, waren die Prinzipien, die eingehalten und in Reportings verarbeitet werden, nicht zwingend überall gleich. Deshalb arbeiten wir daran, diese Standards weltweit zu vereinheitlichen, um sie messbarer und besser vergleichbar zu machen.

Im Kern dreht sich alles um die Frage: Wie stellen wir langfristig – also nachhaltig – und weltweit auf gleiche Weise sicher, dass die Stimme unserer Patientinnen und Patienten gehört wird? Denn nur so finden wir heraus, was sie genau brauchen und wie wir optimale Antworten und Prozesse dafür definieren können.

Wir stellen sicher, dass die Stimme unserer Patienten gehört wird, damit wir für sie optimale Antworten und Prozesse definieren können.

Was ist Ihre Rolle dabei? Und womit sind Ihre Tage typischerweise gefüllt?

Ich manage im Rahmen von Medical Sustainability das Programm „Patients“, welches derzeit drei Projekte umfasst, die sich um verschiedene Aspekte der Behandlung von Patientenbedürfnissen bzw. einer global einheitlichen Strategie zu diesen Themen kümmern. In dieser Funktion bin ich Mittlerin zwischen unserem übergeordneten Vorstandsmitglied, dem Global Chief Medical Officer, den Ansprechpartnern in den Regionen und dem übergreifenden Nachhaltigkeitsprogramm von Fresenius Medical Care. Ich stelle sicher, dass die individuellen Projektziele erbracht werden und dies im Einklang mit der globalen Strategie stehen.

Typische Tage gibt es da nicht, und genau das finde ich so spannend. Ich nehme klassische Projektmanagementaufgaben wahr: Meilensteinplanung, Zieldefinition, Fortschrittsüberwachung – und vor allem viel Kommunikation mit allen Beteiligten. Ich bin Generalistin, muss mich aber in viele verschiedene Themen einarbeiten und genau das macht mir Spaß.

Und was ist Ihr Background?

Ich habe Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Arbeit, Personal und Organisation studiert. Vor meiner Zeit bei Fresenius war ich u.a. in der internen Unternehmensberatung einer Bank und als Vorstandsassistentin in einem DAX-30-Unternehmen tätig. 2015 stieg ich bei Fresenius Medical Care zum Aufbau der Projektmanagementfunktion im Global Compliance ein und seit April 2020 bin ich hier im Vorstandsbereich Global Medical Office in Bad Homburg als Program Manager Medical Sustainability.

Sie haben mitten in der Corona-Pandemie den Bereich gewechselt – was waren Herausforderungen dabei?

Nun, eigentlich war geplant, dass ich im Rahmen meiner neuen Aufgabe auch einiges reise, mir Kliniken in den Regionen vor Ort anschaue, mit den Kolleginnen und Kollegen dort rede und so praktische Vor-Ort-Einblick in ihre Arbeit bekomme. Das geht momentan natürlich nicht und so koordinieren wir uns über E-Mails, sehr viele Videokonferenzen und per Telefon. Das ist tatsächlich manchmal eine Herausforderung, denn als Mittlerin zwischen den Fachkolleginnen und -kollegen vor Ort und der Zentrale lassen sich viele Dinge am besten auf der persönlichen Ebene klären. Die ist momentan beschränkt, aber per Videocall geht es doch recht gut. Kommunikation ist mein wichtigstes Werkzeug, da ich es ja mit Menschen und zwar in allen Kulturkreisen, in denen Fresenius Medical Care präsent ist, zu tun habe. Ich greife oft spätestens, wenn zum gleichen Thema zwei Mails hin und her gingen, zum Hörer, um dann die Themen persönlich (zumindest so persönlich wie es eben derzeit geht) zu besprechen und zu klären.

Wie läuft das konkret?

Wir führen viele Abstimmungsmeetings durch, zum Beispiel Jour Fixes, in denen wir eher operative Themen klären. Die finden manchmal für einige Kollegen zu eher ungewöhnlichen Zeiten statt, da wir von Amerika bis Asien alle Zeitzonen unter einen Hut bringen müssen – ich habe Glück, dass die Meetings für mich hier in Bad Homburg meist in der Mittagszeit liegen. Die Kolleginnen und Kollegen in Rio und Boston müssen dafür früh aufstehen bzw. die in Hong Kong haben dann einen späten Feierabend. Meine Ansprechpersonen in den Regionen sind zum Beispiel Marketing- oder Qualitätsverantwortliche, die dann wiederum auf lokaler Ebene mit Verantwortlichen sprechen, die ganz nah an den Patientinnen und Patienten sind zum Beispiel die Klinikleitungen. Zwischen den Jour Fixes haben wir Besprechungen mit einzelnen Projektpartnerinnen und -partnern und etwa alle zwei bis drei Monate berichten wir in Lenkungsausschüssen ans Management.

Welche persönlichen Eigenschaften kommen Ihnen bei Ihrem Job zugute?

Struktur, Weitsicht, gute Kommunikationsfähigkeit und Flexibilität sind wichtige Eigenschaften. Auch muss ich dazu bereit sein, getroffene Entscheidungen aktiv voranzutreiben. Ich brauche den Blick fürs Ganze, muss die Auswirkungen und Bedeutung verschiedener Aktivitäten verbinden können. Dazu gehört auch, Themen übergeordnet zusammenzuführen – auch wenn sie auf den ersten Blick nicht zwingend miteinander zu tun zu haben zu scheinen. Wichtig für meine Arbeit als Programmmanagerin finde ich auch, dass ich bereit bin, ständig dazuzulernen – sowohl bei persönlichen als auch bei fachlichen Themen – und mein Tun permanent zu hinterfragen.

Was macht Ihnen an Ihrem Job am meisten Spaß?

Dass er so abwechslungsreich ist. Es zu Beginn eines Tages im Grunde nie absehbar, wie er endet. Mir gefällt es, dass wir viele Lösungen in der gemeinsamen Diskussion entwickeln. Auch dass ich immer wieder mit neuen Leuten zu tun habe, finde ich gut. Ich bin seit fünf Jahren bei Fresenius Medical Care und war schon recht gut vernetzt – aber durch meine aktuelle Tätigkeit kann ich dieses Netzwerk viel besser nutzen und es auch nochmal erweitern. So kann ich immer mehr vom Unternehmen, welches recht komplex und sehr heterogen ist, kennenlernen.

Es gefällt mir, immer wieder mit neuen Menschen zu tun zu haben. So kann ich immer mehr vom Unternehmen kennenlernen.

Worauf sind Sie stolz?

Ganz allgemein freue ich mich, beim Weltmarktführer für Dialysemaschine zu arbeiten. Konkret bin ich aber auch sehr zufrieden damit, was wir trotz der momentan schwierigen Rahmenbedingungen im Programm „Patients“ schon alles geschafft haben – wenn wir retrospektiv mal anschauen, was wir in 2020 alles von unseren Zielen erreicht haben, können wir stolz auf uns sein.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Löber!

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