Ich lebe die Vielseitigkeit – im Sport sowie im Job

Claudia, du bist moderne Fünfkämpferin. Das klingt sehr spannend. Kannst du uns mehr darüber erzählen? Was reizt dich an dieser Sportart?

Ich habe mit drei Jahren schwimmen gelernt, weil meine Großeltern ein Boot hatten. Beide konnten selber nicht schwimmen, weshalb ich umso motivierter war, es zu lernen. Und daraus hat sich eine Leidenschaft entwickelt, die bis heute anhält. Erst bin ich als Leistungsschwimmerin auf eine Sportschule in Berlin gegangen. Doch nur zu schwimmen war mir irgendwann zu langweilig. Also habe ich zum Modernen Fünfkampf gewechselt, d.h. hinzu kamen noch das Fechten, Schießen, Reiten und Laufen. Und das ist, was mich gereizt hat: die Vielseitigkeit! Der Umgang mit dem Pferd, der direkte Kontakt mit dem Gegner beim Fechten und nicht zuletzt der Kampf mit sich selbst. Auch die Mischung aus Einzelsport und Team- bzw. Staffelevents finde ich sehr spannend. Rückblickend konnte ich durch den Sport viele Kulturen kennenlernen und habe Menschen aus verschiedenen Ländern getroffen, von denen ich einige heute sogar als meine Freunde bezeichnen kann.

Du bist quasi „über den Sport" zu Fresenius gekommen. Wie kam das zustande?

Ich war jahrelang geförderte Sporthilfeathletin. In den letzten Jahren wurde das Thema „Duale Karriere“ für mich immer wichtiger. Dazu muss ich sagen, dass ich neben meiner sportlichen Karriere studiert habe. Die Initiative "Sprungbrett Zukunft − Sport & Karriere" der Deutschen Sporthilfe unterstützt mich auf verschiedene Weise.

Als ich Anfang 2015 meine Laufschuhe an den Nagel hing, habe ich am „Mentorenprogramm“ teilgenommen. Meine Mentorin war selbst jahrelang Leistungssportlerin und hatte, genau wie ich, einen naturwissenschaftlichen Hintergrund. Sie hat mich bei der Auswahl der Stellenangebote unterstützt und mir wertvolle Tipps für das Anschreiben und den Lebenslauf gegeben. Sie war es auch, die mich zur Bewerbung als Trainee bestärkt hat.

Auf der Suche nach geeigneten Stellen fand ich eine Ausschreibung für ein Traineeprogramm bei Fresenius Kabi. Über die Sporthilfe wusste ich, dass Fresenius „Kurzzeit-Praktika“ für Sportler anbietet, aber die „Kennwortbewerbung“ noch nicht vollständig etabliert war − d.h. Spitzensportler können ihre Bewerbung mit einem speziellen Kennwort einreichen. Dadurch kann das Unternehmen erkennen, dass es sich um einen Spitzensportler handelt. Da ich aber einen festen Job gesucht habe, war ich mir nicht sicher, ob ich mich trotzdem bewerben sollte. Schließlich habe ich mich dann initiativ bei Fresenius beworben. Einige Wochen später hatte ich mein erstes Gespräch und am 1. April 2016 meinen ersten Arbeitstag bei Fresenius Kabi.

Hattest du während deines Studiums schon vor Augen, wie es danach weitergehen sollte?

Ganz und gar nicht. Während meines Biotechnologie-Studiums wusste ich nicht genau, ob sich mein Lebenslauf positiv oder negativ auf die Jobsuche auswirken würde. Es gab auch Zeiten, da war ich mir nicht einmal sicher, ob ich mein Studium überhaupt beenden würde. Am Ende habe ich 16 Semester studiert, keine universitäre Auslandserfahrung oder nennenswerte Praktika absolviert. Dafür konnte ich aber viel „Lebenserfahrung“ durch den Sport sammeln. Ob das genug war, um in einer guten Firma unterzukommen, daran habe ich erst an meinem ersten Tag bei Fresenius geglaubt.

Welche Bereiche interessieren dich als Biotechnologin am meisten?

Die Biotechnologie ist genauso wie der Moderne Fünfkampf sehr vielseitig. Ich kann mich schnell für Dinge begeistern, vor allem die Mischung aus Technik und chemischen oder biologischen Prozessen finde ich sehr spannend. In meinem Zeugnis steht als Schwerpunkt allerdings Biochemie und Genetik.

Warum hast du dich letztendlich für das Traineeprogramm bei Fresenius Kabi entschieden?

Die Entscheidung war recht einfach, weil mich die Kombination aus Qualitätssicherung und der Nähe zur Produktion begeistert. Dass Produkte hergestellt werden, die Menschen helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern, ist für mich eine zusätzliche Motivation in diesem Job.

Kannst du uns einen kurzen Einblick in dein Traineeprogramm geben?

Mein Traineeprogramm konzentriert sich auf den Bereich Qualitätssicherung. Ich lerne vor allem, wie dieses wichtige Thema in unseren weltweiten Produktionswerken umgesetzt wird.  Hierzu habe ich anfangs eine Einführung von jeder daran beteiligten Abteilung bekommen, d.h. über Einkauf, Qualitätskontrolle und Technik bis hin zur Produktion. Außerdem werde ich in wenigen Wochen zu meiner Auslandsstation nach Wuxi (China) gehen. Auch dort richtet sich der Fokus auf die Qualitätssicherung. Hieran erkennt man die Vorteile eines Traineeprogramms gegenüber einem Direkteinstieg: Ich kann Berufserfahrung sammeln, bekomme Einblicke in viele unterschiedliche Bereiche und kann sogar ins Ausland gehen. Ich hoffe, dass ich am Ende des Programms meine Stärken entdeckt habe und eine Position finde, in der ich diese gut einsetzen kann.

Beschreibe bitte einen Tag in deinem Job. Was sind deine Aufgaben? Was gefällt dir am meisten an deinem Job?

Ich fange gegen kurz vor 8 Uhr an, starte meinen PC und schaue, welche Termine anstehen. Danach hört es mit der Routine auf. Mal bearbeite ich Dokumente oder bereite ein Audit vor, ein anderes Mal steht eine Produktionsbegehung an. Dann gibt es wieder Tage mit vielen Meetings. Zeit für die Mittagspause in der Kantine nehme ich mir immer, um kurz abzuschalten und frische Luft zu schnappen, damit ich am Nachmittag nochmal durchstarten kann. Das Schöne für mich ist, dass – bisher zumindest – auch mein Berufsalltag sehr vielseitig ist und ich sehr viel Neues lerne.

Gibt es etwas, das du aus dem Sport auf den Beruf übertragen kannst?

Die Frage habe ich mir auch oft gestellt. Jetzt, nach über acht Monaten, kann ich sie definitiv mit „JA“ beantworten. Ich hatte immer schon eine sehr durchstrukturierte Woche mit Studium, Sport, Familie etc. Diese Organisationsfähigkeit hilft mir jetzt sehr. Ich glaube auch, dass Belastbarkeit wichtig ist, ebenso wie der Wille, Ziele zu erreichen. Auch der Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten ist vergleichbar mit den Strukturen im Sport.

Du warst im Juni 2016 bei MEET THE BOARD, dem Fresenius Karrieretag für Studierende, als Unternehmensvertreterin für Fresenius Kabi am Messestand tätig. Wie hast du diesen Tag erlebt?

Ich fand es super, auf „der anderen Seite“ zu stehen und konnte die Ängste, Zweifel und Fragen der Absolventen dennoch sehr gut verstehen, da ich vor einem Jahr selbst in dieser Situation war. Es gab viele Fragen, wie ich es geschafft habe, einen der begehrten Traineeplätze zu bekommen und welche Qualifikationen dafür nötig seien. Mir hat die Atmosphäre sehr gut gefallen, der Wechsel von Eigeninitiative der Absolventen und Vorträgen der einzelnen Unternehmensbereiche. Auch die unterschiedlichen Charaktere der Teilnehmer fand ich sehr spannend.

 

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