"Viele kollegiale Beziehungen haben sich während Corona vertieft."

Die Erfahrungen, die der Bereich Global Research & Development (GRD) bei Fresenius Medical Care während COVID-19 gemacht hat, veranschaulichen einige der Herausforderungen, denen sich die Kolleginnen und Kollegen stellen mussten und die sie erfolgreich meistern konnten, weil es ihnen trotz Lockdown und Reisebeschränkungen gelang, weiterhin eng zusammenzuarbeiten. Sie zeigen somit auch das Potenzial für eine digitale Kollaboration und Kommunikation in der "neuen Normalität", in der wir nach der Pandemie arbeiten werden. Brigitte Baas aus der Fresenius Konzern-Kommunikation sprach mit Irene Quaranta, Senior Vice President Human Resources, GRD bei Fresenius Medical Care, und Sarah Babendererde, Senior Project Manager Strategic HR Initiatives, HR, GRD bei Fresenius Medical Care.

Wie hat es GRD geschafft, während der Coronakrise arbeitsfähig zu bleiben?

Irene Quaranta: Während der Pandemie sind 80 bis 90 Prozent der GRD-Beschäftigten ins Homeoffice gewechselt, in Vollzeit oder Teilzeit. Diese Umstellung kam von einem Tag auf den anderen. Wir waren positiv überrascht, wie gut alle dies gemeistert haben. Und wir sind sehr stolz auf die kreativen Lösungen, die unsere Beschäftigten entwickelt haben, um arbeitsfähig zu bleiben und den Austausch zu fördern – vor allem in den ersten Wochen und Monaten, als die Infrastruktur noch begrenzt war. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren insgesamt sehr verantwortungsbewusst und haben eine gleichbleibend hohe Leistungsbereitschaft und Kollegialität an den Tag gelegt.

Das klingt gut. Lief von Anfang an alles glatt?

 Irene Quaranta: Es war für uns alle zunächst eine ziemliche Umgewöhnung, von zu Hause zu arbeiten und uns nur noch digital zu begegnen. Und das, obwohl wir als global aufgestellter Bereich schon immer viel virtuell zusammengearbeitet haben. Natürlich haben Dinge auch mal nicht funktioniert. Aber wir haben immer gute Lösungen gefunden und manches auch mit dem nötigen Humor genommen.

"Natürlich haben Dinge auch mal nicht funktioniert. Aber wir haben immer gute Lösungen gefunden und manches auch mit dem nötigen Humor genommen."

Wenn man über Monate hinweg rein virtuell arbeitet, wirkt sich das auf den Zusammenhalt in den Teams aus?

Irene Quaranta: Mit der virtuellen Zusammenarbeit und den dafür genutzten digitalen Tools haben wir sogar neue positive Erfahrungen gemacht. Wir sind interessanterweise global noch enger zusammengewachsen, viele kollegiale Beziehungen haben sich während der Coronazeit vertieft. Das gilt insbesondere für die Kolleginnen und Kollegen, die vorher eher auf „Außenposten“ waren, sprich GRD an ihrem Standort allein vertreten haben. Sie fühlen sich mittlerweile viel besser in ihre Teams integriert. Durch die regelmäßigen Kollaborationsmeetings hätten sich die direkten Teamkontakte eher vertieft, berichten sehr viele Kollegen. Doch es gibt natürlich auch die andere Seite: Die Distanz zu all jenen, mit denen man keine gemeinsamen Aufgaben hat, ist deutlich größer geworden.

Und wie haben sich die Arbeitsbeziehungen der Führungskräfte zu den Teammitgliedern verändert?

Sarah Babendererde: Ich habe von einigen Führungskräften gehört, dass sie aktuell sogar mehr Zeit mit ihren Teams verbringen als früher und mehr Einzelgespräche haben. Einfach deswegen, weil sie nicht mehr so viel auf Reisen sind. Und viel schneller und unkomplizierter eine kurze Webkonferenz ansetzen können, auch für Teammitglieder in einem anderen Land.

Viele sagen, die Krise habe die Digitalisierung vorangetrieben. Gilt das auch für GRD?

Irene Quaranta: Ja, ganz besonders bei den Kooperationstools. Der Bereich GRD war schon immer sehr offen für neue Technologien und hat sie regelmäßig genutzt. Doch seit der Krise haben sich unsere Kompetenz und unsere Routine bei den digitalen Kooperationstools noch mal deutlich verbessert.

Sarah Babendererde: Das rein virtuelle Zusammenarbeiten hat eine Art Gleichstellung der Beteiligten in Meetings bewirkt. Jede Kollegin, jeder Kollege nutzt die gleiche Technologie, alle sind gleich präsent und können sich auf Augenhöhe einbringen.

Wie geht es weiter, wenn wieder ein Stück Normalität eingekehrt ist? Soll es zum Beispiel wieder größere Präsenzveranstaltungen geben?

Irene Quaranta: Wir haben in den vergangenen Monaten alle Events digital umgesetzt, von Teammeetings in kleiner Runde bis hin zu Großveranstaltungen. Und wir sind begeistert von den vielen Möglichkeiten zur digitalen Kollaboration und Kommunikation. Wir haben zum Beispiel gelernt, dass selbst virtuelle Großformate mit bis zu 80 Personen interaktiv sehr gut funktionieren. Daher gehen wir fest davon aus, dass wir auch in Zukunft mehr digital arbeiten und kooperieren werden. Gleichzeitig haben wir aber auch die Erfahrung gemacht, wie wichtig der Teamzusammenhalt und ein enger Austausch sind. Wir sind nur deshalb so gut durch die Pandemie gekommen, weil wir schon vor Corona sehr viel in den Aufbau von GRD als globales Team investiert haben, bei dem die Zusammenarbeit gut funktioniert. Und dafür ist es unabdingbar, sich auch persönlich zu treffen.

"Wir werden sehr sorgfältig auswählen, wann und zu welchem Event wir reisen. Wir wollen insgesamt weniger unterwegs sein, insbesondere dann, wenn es um Themen geht, die auch digital sehr gut funktionieren."

Damit wären wir beim Thema Geschäftsreisen. Wie wollen Sie diese in Zukunft handhaben?

Sarah Babendererde: Wir werden sehr sorgfältig auswählen, wann und zu welchem Event wir reisen. Wir wollen insgesamt weniger unterwegs sein, insbesondere dann, wenn es um Themen geht, die auch digital sehr gut funktionieren. Nur noch virtuell zu arbeiten kommt für GRD allerdings auch nicht infrage: Wir sehen auch weiterhin einen großen Wert im persönlichen Kontakt. Wie überall im New Normal wird es auch hier darauf ankommen, die richtige Balance zu finden. 

Vielen Dank für das Gespräch!

Gespräch: Brigitte Baas, Konzern-Kommunikation

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