What´s Your Job, Jimmy Jagwani?
Interview |

10. Januar 2026

Wie leitet man eine IT-Organisation in einem der größten Gesundheitskonzerne weltweit? Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus, wenn das Aufgabenfeld die Entwicklung strategischer Visionen, praktisch orientierte Zusammenarbeit und bereichsübergreifende Innovationen umfasst? Wir haben mit Jimmy Jagwani gesprochen, Head of Information Technology bei Fresenius Health Services (FHS): über seine Rolle, seine Motivation und die ganz besonderen Stärken seines Teams.

„In der Balance zwischen Aktion und Reflexion kann ich Dinge bewegen.”
Jimmy Jagwani,Head of Information Technology
Jimmy, was steht auf deiner Visitenkarte und was ist dein Aufgabenbereich?

Ich bin „Head of Information Technology” bei Fresenius Health Services, ein Geschäftsbereich innerhalb der Fresenius Group. In dieser Funktion bin ich für die technischen Lösungen verantwortlich, mit denen wir den Krankenhausbetrieb und die Services unterstützen, die wir für Kliniken bereitstellen. Mein Arbeitsfeld reicht von strategischer Planung über Teamentwicklung bis hin zur Begleitung der Geschäftseinheiten und Kliniken unserer Kunden, um operative Herausforderungen mit Hilfe digitaler Tools und Plattformen zu bewältigen.

Erzähl uns etwas über deine Abteilung. Was sind eure Aufgaben und wie seid ihr in den Konzern eingebunden?

Meine Abteilung hat drei Hauptaufgaben. Erstens stellen wir die Infrastruktur bereit, führen bei Bedarf neue IT-Lösungen ein und sorgen dafür, dass alle Systeme stabil und kosteneffizient laufen. Daran arbeitet unser IT-Kernteam in Wien. Zweitens bieten wir Daten- und digitale Services an, um unseren Umsatz zu steigern und interne Abläufe zu verbessern. Die Kolleginnen und Kollegen dieses Teams sitzen an verschiedenen Standorten, z. B. in Berlin, Großbritannien und Italien. Und drittens stellen wir die IT-Infrastruktur und -Services für Unternehmen der früheren Vamed-Organisation bereit, die in den vergangenen Jahren veräußert wurden. Dafür ist ein weiteres Team in Wien zuständig. Insgesamt leite ich also rund 100 Mitarbeitende an den genannten Standorten. Wir arbeiten vor allem mit den Teams bei Kabi und Helios eng zusammen. Mit ihnen tauschen wir uns intensiv aus, da unsere Herausforderungen sich ähneln. Außerdem sind wir gut an die zentralen Konzernbereiche angebunden.

Kannst du ein paar Beispiele nennen?

Eines unserer Projekte konzentriert sich auf die Digitalisierung der Prozesse für unsere Techniker:innen im Außendienst, die in den Kliniken Maschinen warten. Sie betreuen eine Fülle an Geräten unterschiedlicher Hersteller. Dabei ist es besonders wichtig, dass sie schnellen Zugriff auf die richtigen Informationen und Ersatzteile haben. Indem wir diese Prozesse digitalisieren, ersparen wir ihnen viel Zeit und reduzieren den bürokratischen Aufwand entscheidend – von der Störungsmeldung bis hin zur Rechnungsstellung. Bei einem anderen Projekt geht es um Software-Lösungen für unsere externen Kunden, die wir ursprünglich für den internen Gebrauch entwickelt haben. Mit Hilfe dieser Lösungen können sie ihre gesamten Abläufe digitalisieren. Denn vor allem kleine Kliniken haben nicht die Kapazitäten, um eigene Lösungen zu entwickeln und können so Lizenzen für unsere erwerben.

Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus?

Ich bin in Köln ansässig und reise viel zu den anderen Standorten. Das macht mir Spaß, denn der direkte Austausch mit anderen Menschen gibt mir viel Energie. Daher ist es schwierig, einen typischen Arbeitstag zu beschreiben. Ich möchte lieber erläutern, wie sich meine Arbeitszeit aufteilt: Etwa ein Viertel meiner Zeit verwende ich für Projektbesprechungen mit meinen Teams. Dabei prüfen wir, wie Technologie echten Nutzen bringen und Engpässe beseitigen kann. Ein weiteres Viertel meiner Zeit verbringe ich mit meinen Geschäftspartner:innen, um Ursachen von Herausforderungen zu identifizieren und gemeinsame neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das dritte Viertel meiner Zeit fließt in die Verbesserung von Lösungen für FHS, an der ich gemeinsam mit Fachleuten bei Kabi und Helios oder den Teams aus den Bereichen IT-Infrastruktur und Sicherheit arbeite. Das letzte Viertel versuche ich für mich zu reservieren, um zu nachzudenken und Führungsaufgaben und ähnliche Tätigkeiten wahrzunehmen.

Was macht dein Team besonders? Und wer würde gut in dein Team passen?

Ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist, dass wir alle an einem Strang ziehen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Eigenverantwortung und kontinuierlicher Verbesserung. Vertrauen und gegenseitiger Respekt haben bei uns hohe Priorität. Wie erwähnt, arbeiten wir an verschiedenen Standorten, umso wichtiger ist eine ausgeprägte Kultur der Zusammenarbeit und Transparenz. Ich lege großen Wert darauf, für die Teams erreichbar zu sein. Das stärkt Vertrauen und bringt, meiner Erfahrung nach, die besten Ideen hervor.

Bei neuen Teammitgliedern achten wir vor allem auf zwei Dinge: erstens die Bereitschaft, Neues zu lernen. Wir agieren in einem Umfeld, das sich schnell weiterentwickelt und in dem modernste Technologien zum Einsatz kommen. Wir sehen Fehler als Chance, etwas zu lernen und weiterzukommen. Was wir heute nutzen, wird in wenigen Jahren überholt sein. Zweitens legen wir Wert auf eine lösungsorientierte Einstellung, da wir dadurch Mehrwert für die Organisation schaffen.

Was ist an deiner Rolle so spannend?

Es sind die Menschen: Ich sehe meine Aufgabe in erster Linie darin, eine klare Vision zu entwickeln und diese dem Team zu vermitteln. Ich möchte sicherstellen, dass wir nicht nur alle Unternehmensziele erreichen, sondern auch die individuellen Weiterentwicklungsziele eines jeden einzelnen. Dabei möchte ich betonen, wie entscheidend es ist, die eigene Führungsrolle zu hinterfragen. Dafür plane ich bewusst Zeit ein. Mal einen Schritt zurücktreten, um eine Herausforderung neu zu bewerten, oder über langfristige Strategien nachdenken: Dank dieser Praxis stelle ich sicher, dass wir nicht nur reagieren, sondern klug und überlegt vorwärtsgehen. Meiner Meinung nach macht genau diese Balance zwischen Aktion und Reflexion unsere Arbeit nachhaltig und erfolgreich.

„Mir ist es wichtig, meine Führungsrolle zu hinterfragen. Dafür plane ich bewusst Zeit ein.”
Jimmy Jagwani,Head of Information Technology
Wie ist dein Hintergrund? Wie bist du zu Fresenius gekommen?

Ich habe mich immer an der Schnittstelle von Technologie und Business bewegt. Ich habe einen Hochschulabschluss im Ingenieurwesen und war Schiffsingenieur auf Frachtschiffen, vor allem in den östlichen Teilen der Welt. Danach habe ich einen Master in Business Administration gemacht; während dieser Zeit absolvierte ich ein Praktikum bei der Weltbank. Dort bekam ich zum ersten Mal Einblicke in das Gesundheitswesen. Ich habe diese Branche für mich entdeckt und sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennengelernt, zunächst bei einem Venture-Capital-Unternehmen und später bei der Beratungsfirma McKinsey. Danach habe ich 10 Jahre lang bei Bayer im Bereich Strategie und Informationstechnologie gearbeitet. Anfang 2025 kam ich dann zu Fresenius. Im Laufe der Jahre habe ich mich immer mehr auf Rollen konzentriert, die mir die Möglichkeit geben, Transformationen voranzutreiben und die IT mit den Unternehmenszielen in Einklang zu bringen. Fresenius bietet mir genau die Möglichkeit, dies auf breiter Ebene umzusetzen.

Was sind gute Gründe, bei euch mitzuarbeiten? Was würdest du einer Person sagen, die sich dafür interessiert?

Ich würde ihr sagen, dass man hier wirklich etwas bewirken kann. Bei Fresenius haken wir nicht einfach Punkte ab, sondern lösen echte Probleme, die das Wohl von Patientinnen und Patienten sowie die betrieblichen Abläufe im Krankenhaus betreffen. Man ist von engagierten Fachleuten umgeben. Und wenn du eine sinnstiftende Tätigkeit, Innovationsgeist und eine kooperative Unternehmenskultur schätzt, dann bist du hier richtig. Ich bin noch nicht sehr lange Teil der Organisation, habe aber von Anfang an die Klarheit und Fokussierung geschätzt, mit der alle hier arbeiten.

Worauf bist du stolz?

Ich bin stolz darauf, wie mein Team und ich mit komplexen Situationen umgehen, ohne dabei die Wirkung aus den Augen zu verlieren. Ein besonderer Moment in den vergangenen Monaten war ein komplexes Projekt, das wir innerhalb enger Fristen abschließen konnten. Dies war nur durch die intensive Zusammenarbeit zwischen FHS IT und der beteiligten Gegenpartei möglich – mit Unterstützung der Rechtsabteilung. Es war ein echter Kraftakt, mit Telefonaten von frühmorgens bis spätabends, um alles zu ermöglichen. Eine intensive Phase, in der wir auf beiden Seiten enorme Energie freigesetzt haben.

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