Behind the scenes: Dr. Götz Wehberg - Senior Vice President, IT Governance & Management Services

Dr. Götz Wehberg ist seit Mai 2021 Senior Vice President – IT Governance & Management Services (FDT). In dieser Funktion sind er und seine Teams für alle IT-Themen auf Konzernebene und derzeit vor allem dafür zuständig, gruppenweit tragfähige IT-Grundlagen zu schaffen. Was sind die Erfolgsfaktoren für die Transformation und was die Fallstricke? Was macht die Arbeit in seinen Teams so spannend? Götz steht uns Rede und Antwort.

Welchen Beitrag leisten du und deine Teams für Fresenius?

Der Purpose von Fresenius Digital Technology ist eng verknüpft mit dem von Fresenius. Und wir machen IT, um den Zweck der gesamten Gruppe zu unterstützen, gemäß unserem Leitsatz: ever better medicine for ever more people. Also immer bessere Medizin für immer mehr Menschen. Durch die Nutzung neuer Technologien haben wir z. B. die Möglichkeit, eine größere Zielgruppe zu versorgen. Oder wir können mit Hilfe von Data Analytics aus Patientendaten wertvolle Insights gewinnen, um die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern, aber auch um Kosten zu sparen. Bisher sind solche Patientendaten oft nicht oder schlecht vernetzt, da gibt es viel zu tun. Diese und andere Potenziale nutzen wir noch nicht ausreichend.

Welches ist das wichtigste Projekt, das du verantwortest?

Unter der großen Überschrift „Fix the Basics“ haben wir das Programm Global IT Service Transformation ins Leben gerufen, kurz GIST. Hier geht es darum, die IT wirklich state of the art zu organisieren und aufzustellen. Also z. B. nicht mehr im Datenzentrum zu arbeiten, sondern in der Cloud. Hierfür werden wir perspektivisch die Erfahrung weniger ausgewählter, externer Provider nutzen. Derzeit arbeiten wir allerdings bei Fresenius noch mit über 100 IT Providern. Wir sind gerade dabei, dies zu konsolidieren.

Zu unseren Aufgaben zählt es auch, zu definieren, für welche IT-Projekte die Group IT zuständig ist und für welche die einzelnen Segmente. Und dies dann zum Leben erwecken, indem wir Best Practices einführen. So konsolidieren wir z. B. im Moment die Service-Level-Agreements und führen ein neues Preis-Modell ein, das die IT-Kosten und Kostenrechnung viel transparenter macht. Und wir haben eine Einkaufsinitiative aufgesetzt, die Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe ermöglicht.

Das zweite große Thema, an dem wir gerade dran sind, ist Digitalisierung. Fresenius Medical Care ist ja Marktführer in der Heimdialyse, doch in vielen Bereichen betreiben wir Digitalisierung noch sehr operativ. Da werden gerade Anwendungsfälle entwickelt, z. B. für neue Produkte zur Prävention von Krankheiten, für neue, digitale Geschäftsmodelle etwa zur effektiveren Nutzung von Data Analytics oder für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen z. B. in den Bereichen Logistik, Produktion, Finance oder Human Resources. Das wird sicher sehr spannend.

Eine solche Transformation ist immer sehr anstrengend, auch für mich persönlich. Doch ich bin überzeugt, dass die Richtung stimmt.

Was ist an der Arbeit bei Fresenius Digital Technology reizvoll? Was unterscheidet uns von anderen?

Fresenius Digital Technology ist eine tolle Spielwiese, auf der sich sowohl junge als auch erfahrene Talente prima austoben können. Denn es gibt viel zu tun. Außerdem bieten wir die Möglichkeit in Teams zusammenzuarbeiten, bei denen es nicht darum geht, welche Schulterklappe du trägst, sondern ob deine Idee gut ist. Und hier kann man in einer kleinen Gruppe – wenn es das richtige Team ist – sehr, sehr viel erreichen.

Insgesamt sind die Aufgaben sicher anspruchsvoll, weil sowohl die IT- als auch die Business-Sicht integriert werden müssen. Der reine Techie reicht nicht aus, man braucht zumindest Offenheit und Verständnis für das Healthcare-Business und umgekehrt. Dabei wollen wir nicht alles inhouse machen, sondern gemeinsam mit strategischen Partnern. Und um die Leistungen dieser Partner skalieren und steuern zu können, müssen wir die jeweiligen Thematiken inhouse beherrschen.

In der Transformationsphase sind Vertrauen und Transparenz vermutlich besonders wichtig. Wie förderst du das?

Zunächst einmal ist der gesamte Technologiebereich enorm im Umbruch, und das hat nicht nur mit Fresenius zu tun. In diesen Wandel bettet sich die Transformation Journey von Fresenius ein. Dadurch können verständlicherweise Ängste entstehen. Daher müssen wir all diese Themen proaktiv angehen.

Es entspricht der Kultur von Fresenius Digital Technology und unserem Management-Team, dass wir für unsere Kollegen Sorge tragen wollen und müssen. Dazu gehört auch Transparenz im Vorgehen. Empathie spielt in dieser Situation eine ebenso große Rolle, zumal IT und Business zusammenwachsen müssen. Ich sehe die Entwicklungen jedoch positiv. Natürlich ist eine solche Transformation immer sehr anstrengend, auch ich persönlich erlebe eine intensive Zeit. Doch ich glaube, die Richtung stimmt. Wenn wir künftig der Gesundheitsversorgung dienen möchten, müssen wir unsere Potenziale verstärkt nutzen. Und das tun wir nicht, wenn wir den Status quo zementieren.

Danke für das Gespräch, Götz!

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