Vom Koch zum Controller

Mag. (FH) Thomas Hehle, Controller in der Vamed AG, Wien

Ich bin im Controlling bei der VAMED AG tätig. Die Controllingabteilung ist die Schnittstelle zwischen der VAMED-Gruppe und der Fresenius.

Im Rahmen unserer Tätigkeit erstellen wir unter anderem Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse für das Segment Fresenius Vamed gemäß internationaler Rechnungslegungsvorschriften. Des Weiteren erstellen wir Planrechnungen und führen Abweichungsanalysen durch. Zusätzlich sind wir für die Implementierung neuer Rechnungslegungsstandards gemäß den Vorgaben der Fresenius verantwortlich.

Dass ich mal so viel mit Zahlen, Daten und internationalen Standards arbeiten würde, war am Anfang meiner beruflichen Laufbahn überhaupt nicht abzusehen. Denn begonnen habe ich meine Karriere als gelernter Koch und Kellner.

Ich arbeite seit meinem 15. Lebensjahr. Damals war mir wichtig, viel von der Welt zu sehen und dabei Karriere zu machen. Deswegen habe ich mich für die Hotellerie entschieden. Ich war dann unter anderem in der Schweiz, in Italien, Tunesien und den USA. In Deutschland habe ich die Hotelfachschule besucht. Mit 28 Jahren war ich bereits Hoteldirektor in einem 4-Sterne-Hotel und stand vor der Frage, wie es jetzt weitergehen soll. Ich habe mich damals schon mit dem Bereich Hotel-Controlling befasst. Ich bin in weiterer Folge in eine Immobiliengesellschaft gewechselt und habe dort den Bereich der Hotelimmobilien betreut.

Fresenius Vamed kannte ich vorher aus dem touristischen Bereich. Dazu muss man wissen, dass VAMED über die VAMED Vitality World der größte Thermenbetreiber in Österreich ist. Bei meiner Bewerbung dachte ich also in erster Linie an den Bereich Tourismus. Doch in den ersten Gesprächen mit dem Vorstand wurde schnell klar, dass ich mit meiner Erfahrung und meinem Wissen im Rechnungswesen bzw. Controlling besser aufgehoben bin. So bin ich 2008 zu VAMED gekommen.

Die letzten zwei Jahre waren für mich eine ungeheuer spannende Zeit. Fresenius Vamed ist, wie die gesamte Fresenius-Gruppe, eine sehr dynamische Firma mit einem guten Wachstum.

Schon allein dadurch kommt viel Abwechslung in meinen Job. Beispielsweise, wenn die VAMED eine Firma erwirbt, dann unterstützen wir die Firmen bei der erstmaligen Berichterstattung.

Außerdem arbeiten wir im Reporting nach den internationalen Rechnungslegungsstandards. Und da ändert sich häufig etwas. Ich bekomme dann von der Fresenius SE & Co. KGaA Informationen, welcher Rechnungslegungsstandard sich ändern wird, und die Frage, inwieweit sich diese Änderung auswirkt. Zusätzlich werden wir auch laufend von den großen Wirtschaftsprüfungskanzleien über aktuelle Veränderungen auf dem Laufenden gehalten.

Wird ein neuer Standard im Fresenius-Konzern aufgenommen, dann sorgen wir dafür, dass unsere Gesellschaften im Konsolidierungskreis die Standardänderung kennen und anwenden. Wenn nötig erarbeiten wir dafür ein Schulungskonzept und machen dann ein Training-on-the-Job mit den Kollegen.

Es kommt also keine Routine bei mir auf und das ist für mich ungeheuer wichtig. Wir sind keine Sachbearbeiter mit klaren Grenzen links und rechts, sondern müssen sehr vielseitig sein und viel Know-how entwickeln. Das bringt natürlich einige Herausforderungen mit sich. Aber das ist für mich auch das Reizvolle. Im Vergleich zu anderen Unternehmen, in denen ich war, ist die Wertschätzung der Mitarbeiter bei Fresenius Vamed sehr hoch. Hier zählt der Mensch – das kann ich ehrlich sagen. Wenn ich aber einem klassischen Koch erzählen würde, was ich hier mache, der würde sicherlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.