Entdecker neuer Welten

Harald Peter, Director Operations North America and Industrial Engineering, Fresenius Medical Care, Schweinfurt

Am Ende meines Physikstudiums hätte ich mir nicht träumen lassen, später in so vielen unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten, so beeindruckende Persönlichkeiten kennenzulernen und in ganz anderen Kulturräumen zu leben und zu arbeiten – aber Fresenius hat mir genau diese Möglichkeiten eröffnet.

In meinen ersten beiden Berufsjahren habe ich mich in einem mittelständischen Unternehmen mit Fragen der Spracherkennung und Datenübertragung beschäftigt, bis ich durch einen ehemaligen Kommilitonen 1986 auf eine freie Stelle in der Entwicklungsabteilung bei Fresenius aufmerksam wurde.

Im Studium habe ich gelernt, dass man immer neugierig und offen bleiben muss, um kreativ sein zu können.

Dort habe ich zunächst Komponenten und Verfahren für Hämodialysegeräte entwickelt, bis sich zwei Jahre später die Gelegenheit ergeben hat, gemeinsam mit Kollegen aus den USA eine „Bed-Side-Station“ zu entwerfen und zu realisieren. Bei diesem Gerätetyp wird die zur Hämodialyse verwendete Spüllösung zentral aufbereitet und an die einzelnen Behandlungsplätze geleitet. Dank der Erfahrungen und Tätigkeiten in diesem Projekt wurde mir die Projektleitung übertragen, das System an die Anforderungen des französischen Markts anzupassen.

1990 fiel die Entscheidung, den nordamerikanischen Markt nicht nur mit Geräten aus Deutschland zu beliefern, sondern dort auch eine eigene Produktlinie zu etablieren, die beispielsweise mit einem – später auch farbigen – Display für mehr Bedienerfreundlichkeit sorgt. Als Entwickler war ich daran maßgeblich beteiligt und häufig für mehrere Wochen vor Ort.

Für die klinische Erprobung neuer Optionen des Dialysegeräts 2008H bin ich dann mit einem Longterm Assignment für eineinhalb Jahre ganz in die USA gegangen. In dieser Zeit konnte ich nicht nur den Projekten eine eigene Richtung geben, sondern lernte die führenden Experten der Dialyse kennen, deren Kollegialität und fachliche Weitsicht mich nachhaltig beeindruckt haben.

In Kliniken vor Ort konnte ich mir mehrfach ein Bild davon machen, was es heißt, sich einer Dialyse zu unterziehen. Diese Eindrücke vergisst man nicht und ich bin bis heute froh, meinen Teil zum Wohl der Patienten beisteuern zu können.

Zurück in Deutschland erschien mir meine „alte Aufgabe“ nach den intensiven und temporeichen Erlebnissen etwas „ruhig“, sodass ich mich sehr über die Ernennung zum kommissarischen Leiter der Grundlagenentwicklung in Bad Homburg gefreut habe. Zu meiner Freude ist auch dann der Kontakt in die USA nie wirklich abgerissen: Heute koordiniere ich die Abstimmung mit unserem Schwesterwerk in Walnut Creek (Kalifornien) sowie, mit Unterstützung durch die Kollegen in Deutschland, die Entwicklung für Nordamerika. Zudem bin ich für die Produktion wesentlicher Komponenten für den nordamerikanischen Markt genauso wie für die Einführung neuer Produkte und Produktionstechnologien für Geräte im Werk Schweinfurt verantwortlich.

So geben mir meine aktuellen Aufgaben immer wieder die Möglichkeit, Neues zu initiieren und mich sowohl mit den Zukunftsfragen in der Dialyse als auch dem aktuellen Markt zu beschäftigen.