SAP-Spezialisten an der Schnittstelle von Innovation, IT und Gesundheit.

Internationale Projekte, viel Gestaltungsspielraum – und ein starkes Team im Rücken: 3 Führungskräfte der "SAP Cross Divisional Services" erzählen von ihrem Arbeitsalltag.

Als international agierender IT-Dienstleister für die Fresenius-Gruppe hat Fresenius Netcare einen hohen Bedarf an Experten und Spezialisten aus dem IT-Bereich. So auch in der Abteilung Cross Divisional Services, die für prozessübergreifende Themen zuständig ist. Wir haben mit Stefan Dingert (‎Abteilungsleiter SAP Cross Divisional Services, Mitte), Michael Liebnau (Gruppenleiter Architecture & Security, rechts) und Jan Becker (Gruppenleiter Application Lifecycle Management, links) über den Arbeitsalltag, besondere Herausforderungen sowie die Anforderungen an Bewerberinnen und Bewerber aus dem IT-Umfeld gesprochen.

Herr Dingert, Sie arbeiten in der Abteilung „SAP Cross Divisional Services”. Können Sie kurz erklären, welche Aufgabenschwerpunkte Ihre Abteilung abdeckt?

Stefan Dingert: Wir sind im SAP Competence Center der Fresenius Netcare verantwortlich für prozessorientierte, übergreifende Themen. Dazu gehören beispielsweise das Berechtigungsmanagement, aber auch Incident Management, Change Management, Release Management  und das Testen von Software, also alles rund um den Software-Lebenszyklus. Die Kernstücke sind dabei der SAP Solution Manager und SAP Governance, Risk & Compliance (GRC), mit denen wir diese Prozesse unterstützen.

Gilt das nur für SAP-Anwendungen?

Stefan Dingert: SAP-Anwendungen machen den größten Teil aus. Über den Solution Manager können aber auch Störungen eines Rechners, eines Smartphones oder unseres SharePoint erfasst werden.  Im Bereich GRC geht es zum Beispiel um das gesamte Berechtigungsmanagement. Natürlich müssen wir sicherstellen, dass jeder Mitarbeiter genau die Berechtigungen hat, die er benötigt. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Michael Liebnau: Für den Bereich GRC steht uns ein ganzes Set an Tools zur Verfügung. Mit Access Control können wir unter anderem Berechtigungen erteilen, entziehen, für den Notfall Sonderberechtigungen vergeben.

Zwei weitere wichtige Tools sind Process Control und Risk Management. Beide sind ebenfalls nicht rein SAP-bezogen, sondern eher Werkzeuge, die die Fachbereiche unterstützend nutzen können, um alle Arten von Prozessen und unternehmerischen Risiken zu monitoren und zu mindern.

Abgesehen von den GRC-Themen liegt auch SAP Technical Architecture bei uns auf dem Tisch. Wir beraten Fachabteilungen, wie deren SAP-Landschaft am besten aufgesetzt sein sollte. Für Fresenius Medical Care sind wir gerade im Rahmen eines Transformationsprogramms an der Einführung eines SAP-Templates in rund 40 Ländern beteiligt. Bei Fresenius Kabi gibt es ein vergleichbares Programm, das den Rollout in 50 Länder vorsieht.

Eine weitere Herausforderung ist die Etablierung von Services, die den Umstieg auf SAP S/4 HANA und/oder Cloud-Anwendungen ermöglichen beziehungsweise unterstützen. Die Erstellung einer Roadmap und die Konzeption einer HANA-fähigen Systemarchitektur ist somit ein weiterer Punkt an dem wir aktiv und maßgeblich an der Gestaltung der zukünftigen Fresenius IT-Landschaft beteiligt sind. 

Welches waren denn die spannendsten IT-Projekte in der letzten Zeit?

Jan Becker: 2018 wurde der SAP Solution Manager auf ein neues Release gehoben. Von Version 7.1 auf Version 7.2. Die Komplexität eines solchen Release Upgrades ist über die Jahre erheblich gestiegen. Bedingt ist das im wesentlich durch die immer höhere Integration von Funktionen untereinander, aber auch die Zunahme an Regularien, die der Gesetzgeber, aber auch interne Qualitätssicherungsbereiche definieren.

Darüber hinaus stehen mit der neuen Version 7.2 neue Möglichkeiten zur Verfügung, um die Kundenprojekte noch besser zu unterstützen. Gerade der Bereich Test Management wurde von Grund auf neugestaltet. Alle Aktivitäten sind nun auch dort als Webanwendung im Browser verfügbar. So ist keine lokale SAP Installation für einen Tester mehr erforderlich.

Stefan Dingert: Der Solution Manager 7.2 bietet an mehreren Stellen ganz neue Möglichkeiten die Kundenanforderungen zu erfüllen. Gemeinsam mit unseren Auftraggebern aus der Fresenius-Gruppe werden wir diese neuen Chancen erschließen, das war vorher so nicht möglich. Wir sind im Einsatz mit dem Solution Manager anderen Unternehmen ganz weit voraus.

Das klingt nach hochkomplexen Aufgaben. Wie groß ist denn Ihr Team in den SAP Cross Divisional Services?

Stefan Dingert: Zurzeit sind wir rund 25. Dazu kommen noch einige externe Kolleginnen und Kollegen und Werkstudenten.

Abgesehen von den Herausforderungen: Warum macht es Spaß, als IT-Spezialist in Ihrer Abteilung zu arbeiten?

Jan Becker: Wir sind ein junges, engagiertes, dynamisches Team. Die Atmosphäre ist eigentlich immer gut, auch in Zeiten, in denen es etwas stressiger zugeht. Für mich ist das ein wichtiger Aspekt - konzentriert und fokussiert an den Themen arbeiten und dabei aber auch das Lachen nicht außer Acht lassen. Ich würde sagen, dass Offenheit und Respekt unsere Basis der Zusammenarbeit sind.

Für mich ist das ein wichtiger Aspekt – konzentriert und fokussiert an den Themen arbeiten und dabei aber auch das Lachen nicht außer Acht lassen.

Stefan Dingert: Ich würde das ganze gerne noch ein bisschen ergänzen: Ja, wir sind ein junges Team. Auf der anderen Seite haben wir auch eine ganze Reihe von erfahreneren Kollegen dabei. Aus verschiedenen Kulturen. Ich glaube, dass gerade dieser Mix an Persönlichkeiten den Unterschied ausmacht.

Wie sehen denn typische Teamaktivitäten bei Ihnen aus?

Stefan Dingert: Wirklich "typische" Teamaktivitäten gibt es bei uns nicht. In der Vergangenheit hat das Spektrum vom gemeinsamen Abendessen über eine Werksbesichtigung am Standort Friedberg bis hin zu Bowling und dem Besuch eines „Escape Rooms“ gereicht. Wir probieren gerne immer mal wieder etwas Neues aus.

Welche persönlichen und fachlichen Qualitäten soll denn ein ideales neues Teammitglied mitbringen?

Jan Becker: Auf jeden Fall Humor und ein aufgeschlossenes Wesen.

Michael Liebnau: Selbstständiges Arbeiten und die Begeisterung für Neues ist auch sehr wichtig.

Stefan Dingert: Und schneller, analytischer Sachverstand gepaart mit innovativem Denken, da wir uns häufig auf unbekanntem Terrain bewegen.

Michael Liebnau: Hartnäckigkeit ist ebenfalls von Vorteil.

Stefan Dingert: Das ist richtig. Viele Dinge laufen nicht so glatt, wie man sich das wünscht. Der schon angesprochene Releasewechsel des Solution Managers von 7.1 auf 7.2 hat insgesamt fast 2 Jahre gedauert, was auch daran lag, dass die von SAP ausgelieferte Software in den ersten Versionen nicht unseren Vorstellungen entsprach. In dem Zusammenhang ist auch Überzeugungsfähigkeit als Kompetenz wichtig. Gepaart mit einer ausgeprägten Fähigkeit, Kommunikation z. B. mit Kunden zu steuern und zu gestalten. 

Abgesehen von den Reisen haben wir häufig die Situation, dass man morgens eine Telefonkonferenz mit Peking und nachmittags eine mit Chicago hat.

Michael Liebnau: Interesse an internationaler Zusammenarbeit ist noch ganz wichtig.

Stefan Dingert: Stimmt. Wenn beim globalen Rollout der Template-Projekte unserer Kunden ein GoLive ansteht, muss häufig eines unserer Teammitglieder für einige Tage oder Wochen vor Ort sein. Wir achten dabei natürlich darauf, dass so etwas mit der familiären Situation des Kollegen vereinbar ist. Abgesehen von den Reisen haben wir häufig die Situation, dass man morgens eine Telefonkonferenz mit Peking und nachmittags eine mit Chicago hat. Da ist nicht nur sicheres Englisch erforderlich, sondern auch interkulturelle Kompetenz, um mit unterschiedlichen Menschen und Mentalitäten umgehen zu können.

Michael Liebnau: Kundenorientierung und Dienstleistungsgedanke sind zudem zwei Punkte, die bei uns total wichtig sind. Unsere Kunden sind auch unsere Partner, die unsere volle Aufmerksamkeit verdienen. Auch wenn wir natürlich zur Fresenius Gruppe gehören und alle intern sind, sehen wir Fresenius Medical Care und Fresenius Kabi als Kunden. Da ist es wichtig, situationsabhängig dem Klischee vom IT-Nerd aktiv entgegenzuwirken und sich als Consultant zu positionieren und zu präsentieren.

Inwieweit sind Sie vom Tagesgeschäft getrieben? Bleibt Ihnen Raum für eigene Ideen oder Innovationsprojekte?

Stefan Dingert: Selbstverständlich sind wir in hohem Maße getrieben von den Anforderungen, die im Tagesgeschäft auflaufen. Dazu kommt eine Grundauslastung durch den Support und die Projektarbeit. Wir versuchen aber trotz der hohen Arbeitsbelastung, noch Luft für neue Ideen zu haben.

Jan Becker: Wir stellen auch sicher, dass wir immer auf den relevanten Veranstaltungen von SAP und DSAG (Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe), wie etwa den Jahreskongressen, Technologietagen und verschiedenen Arbeitskreistreffen und -tagungen vertreten sind. Da gibt es immer so ein, zwei Impulse, die man mitnehmen und zu eigenen Ideen ausbauen kann. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit zum netzwerken. Das Solution Manager Umfeld ist in Deutschland überschaubar – man kennt sich.

Wie sieht denn ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Jan Becker: Einen typischen Tag gibt es bei uns nicht. Die Aufgaben sind immer vielschichtig und anteilig unterschiedlich verteilt: Support, eigene Projekte, Kundenprojekte, Customizing, Testen. Über das Competence Center sind wir auch mit den Kollegen in aller Welt im Austausch. Das sorgt für viel Abwechslung.

Stefan Dingert: Dazu kommen die Meetings, die gerade für Führungskräfte einen guten Teil der Arbeitszeit ausmachen. Generell geht es im Hinblick auf den Arbeitstag um Flexibilität, da wir immer auch die verschiedenen Zeitzonen unserer internationalen Kollegen berücksichtigen müssen. Das bedeutet, dass man auch zeitlich flexibel sein muss. Darauf sollte man sich als Bewerber einlassen.

Wieso ist Fresenius Netcare aus Ihrer Sicht ein spannender Arbeitgeber für SAP-Spezialisten?

Stefan Dingert: Für mich ist es die Kombination aus persönlichem Zusammenhalt im Team, hohen Anforderungen, intensiver Projektarbeit und einem relativ hohen Maß an Freiraum. Gerade wenn es um das Thema Forschung und Innovationsentwicklung geht.

Michael Liebnau: Wir haben eine ideale Größe: Die Fresenius-Gruppe ist ein schnell wachsender Konzern mit spannenden globalen und auch innovativen Projekten.

Inwieweit spielt hier die Gesundheitsbranche eine Rolle, bekommen Sie das als IT-Dienstleister mit?

Jan Becker: Im Tagesgeschäft bekommt man das häufig gar nicht mit. Man muss sich immer wieder bewusstmachen, worum es geht. Tatsächlich habe ich in der Vergangenheit auch eine Zeit bei Fresenius Medical Care gearbeitet und einen besseren Eindruck davon bekommen, wie schnell eine Situation kritisch werden kann. Nur weil in der Software ein vermeintlich kleiner Fehler nicht entdeckt und behoben wurde. Diesen Zusammenhang muss man sich stets vergegenwärtigen – denn wir stellen Werkzeuge zur Verfügung, um dabei zu helfen solche Situationen zu vermeiden. Das bringt eine Eigenschaft mit sich: Verantwortung.

Und um unsere Abteilung dafür zu sensibilisieren kommen auch die oben erwähnten Teamevents zum Tragen bei denen wir uns Produktions- und Logistikstandorte unserer Kunden anschauen. Dort wird das ganze real und besser greifbar.

Stefan Dingert: Verantwortung ist ein gutes Stichwort. Bei uns dreht sich letztendlich alles um das Wohl des Patienten. Dafür kommt jeder Einzelne von uns jeden Tag hierher.

Vielen Dank für das Gespräch – und viel Erfolg bei der Stellenbesetzung!

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